22.11.2019

Hättest du das gewusst?

         Nach Messen und Sportveranstaltungen mit den dazugehörigen Posts auf Social Media werde ich oft gefragt was denn genau die Physikalische Gefäßtherapie macht. Das ist natürlich nicht in 2 Minuten erklärt, deshalb  bieten wir ja unsere Gesundheitsvorträge in ganz Deutschland an. Das Thema ist grundsätzlich die Durchblutung der kleinen und kleinsten Gefäße. Warum das so wichtig ist, möchte ich hier kurz und einfach beschreiben, da ich den Eindruck habe, dass dieses Thema einfach viel zu unbekannt ist und nicht die Aufmerksamkeit bekommt die es verdient. Los geht´s.

Wir haben ein geschlossenes Gefäßsystem, ca 100.000 km lang, das aus Arterien, Arteriolen, Venen und Venolen besteht. So haben wir es in der Schule gelernt. Was wir dort nicht gelernt haben, dass diese Gefäße nur ca. 1/4 unseres Gefäßsystems ausmachen. Der Rest, also fast 3/4 sind Klein-, und Kleinstgefäße. Das heißt, dass jede Arterie sich immer weiter verästelt und verzweigt um am Ende, jetzt wird es spannend, in einem Kapillargefäß mündet. Nach dem Kapillargefäß beginnt der venole Bereich, also der Bereich, der das "verbrauchte" Blut transportiert. Und genau in dem Übergang von arteriellen zum venolen System, also im Kapillargefäß, finden die lebenwichtigen Stoffaustauschphänomene statt. Das heißt, nur an dieser Stelle übergibt das Blut  z.B. Sauerstoff, Nährstoffe und Wasser, oder aber auch Medikament in unseren Organismus. ES GIBT KEINEN ANDEREN  WEG. Und wenn wir jetzt von Gesundheit oder Krankheit sprechen, geht es am Ende (fast) immer nur um Zellgesundheit. Und die ist nun einmal abhängig von ausreichenden Stoffaustauschphänomenen im Kapillarbereich. Das heißt also, das ausschließlich der Kapillarbereich für die Ver-, und Entsorgung unserer Zellen zuständig ist. Und das in unmittelbarer Abhängigkeit von der Durchblutung dieses Bereiches. Jetzt gibt es hier natürlich einen kleinen Haken. Dieser Bereich der sogenannten Mikrozierkulation wird nicht direkt vom Herzen durchblutet, sondern unterliegt einem unserer übergeortneten Regulationsmechanismen, der Vasomotion der kleinkallibrigen und präkapillaren Arteriolen. Übergeordnet heißt, hier können wir selber nicht einwirken(auch keine Medikamente). Der Regulationsmechanismus verteilt das Blut in diesem Bereich bedarfsgerecht. Das kennt der ein oder andere vielleicht; tagsüber wird hauptsächlich der Muskel-Skelettapparat etc. durchblutet, Nachts findet eine Blutumverteilung Richtung innere Organe für Regenerationsprozesse etc.statt. 

Jetzt ist diese Vasomotion leider anfällig für allerlei Störfaktoren. Zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung, Umweltgifte, Elektrosmog, Alter und Stress führen zu einer eingeschränkten Gefäßbewegung (Vasomotion). Infolge dessen kommt es zu einer schlechteren Durchblutung der Kapillare und damit einhergehend zu weniger Stoffaustauschphänomenen. Das bedeutet nicht nur, dass zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe zur Zelle transportiert werden können, sondern auch, dass zu wenig Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden, was meiner Meinung nach viel wichtiger ist. Man stelle sich vor, wir würden unseren Mülleimer in der Küche nur noch alle 4 Wochen rausbringen. Wird wohl sehr unangenehm in der Küche riechen. Aber genau das passiert in unserem Körper bei Defiziten der Durchblutung im Mikrozierkulationsbereich. 

Hier eines der bekanntesten Beispiele bei Durchblutungsstörungen: Der diabetische Fuß. Gerade bei Menschen die auf Grund von Übergewicht an Diabetes Typ II erkranken, kommt es nach Jahren der Erkrankung häufig zu Wundheilungsstörungen im Bereich der unteren Extremitäten. In diesen Fällen ist 1.eine eingeschränkte Vasomotion der kleinen und kleinsten Gefäße und 2. das verzuckerte Hämoglobin Schuld an den massiv eingeschränkten Stoffaustauschphänomenen. Zum Verständnis; Die Gefäßbewegung schiebt das Blut durch die kleinen Gefäße bis zum Kapillargefäß. Das ist nur wenige tausendstel Millimeter klein. Eben etwas kleiner als eine Blutzelle. Die muss sich ein wenig ( sozusagen) einrollen, um durch das Kapillar zu gelangen. Jetzt ist es oft bei Diabetikern so, dass verzuckerte Hämoglobine (erhöhter HbA1c Wert) die Blutzelle unflexibel machen, was die Passage durch´s Kapillar sicher nicht vereinfacht, bzw. oftmals verhindert. Unnötig zu erwähnen, das Medikamente hier keine Abhilfe schaffen. Aber das ist ein anderes Thema. 

Die Physikalische Gefäßtherapie stimuliert die Gefäßbewegung der kleinkalibrigen und präkapillaren Arteriolen und kann somit für eine Verbesserung der Stoffaustauschphänomene sorgen.